Krakau 2012

 

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Wir wünschen euch ein schönes...


...Wochenende!

Nachdem ich Skype als Tor zur Außenwelt wiederentdeckt hab und Ani und die Eltern etwas lebhafter als nur in den E-Mails und SMS erleben konnte, kam ein bisschen Heimweh auf. Klar, ich hab hier viel zu tun, viel Ablenkung und eine geile Erfahrung, aber Zuhause ist es doch...

Natürlich kenne ich das Phänomen nicht nur von früheren längeren Reisen, sondern auch durch meine Arbeit in der Studentenorganisation. Da gehörte das bei den durchschnittlich 80 Praktikanten pro Jahr, die wir nach Deutschland brachten oder ins Ausland schickten, zur Tagesordnung. In den Seminaren, die wir gaben, konnten wir das ganz logisch erklären, aber selbst wieder in der Situation zu stecken, ist seltsam. Ich genieße es trotzdem irgendwie, weil ich weiß, wie sehr ich mich zurücksehnen werde, wenn ich wieder einige Zeit zuhause bin. Tut eben immer wieder gut, den Juckreiz der Abenteuer- und Reiselust zu stillen.

Das Wochenende brachte das beste Wetter, das ich hier seit meiner Ankunft gesehen hab. Wolkenloser Sonnenschein und Thermometerwerte um die 20 Grad, wahrscheinlich wie in Deutschland auch, trieben mich an meinen freien Tagen nach draußen. Am Samstag erforschte ich die Galeria Krakrovska, das örtliche Einkaufszentrum. Mit H&M, Jack Wolfskin und Swarovski-Läden sowie Starbucks, McSpasti und Kentucky Fried Chicken nicht anders als jedes Einkaufszentrum in Deutschland. Auch preislich. Ich suchte nach meinen Handschuhen, die mir der Trainer nicht mitbringen konnte, und entschied mich für passable MMA Grappling Handschuhe. Freue mich aufs Ausprobieren! Ist wahrscheinlich handgelenktechnisch auch gar nicht so schlecht für meinen noch zu installierenden Wandsack zuhause.

Der restliche Tag verlief eher ruhig - hab viel Polnisch gelernt und abends ne Doku in der ZDF Mediathek geschaut. Hab dafür immerhin GEZahlt.

Am Sonntag lockte mich das Wetter aus Krakau raus. Ich lieh mir ein Fahrrad und nahm den Zug ins 30 km entfernte Krzeszowice. Von dort aus ging es einen Berg rauf, der meine Oberschenkel brennen ließ. Oben erwartete mich ein Karmelitenkloster aus dem 17. Jahrhundert, wo ich mein Lunchpaket auspackte und mir den polnischen Snack Oszczypek von einer Dame vor dem Kloster kaufte. Das ist geräucherter Schafskäse in einem Teigmantel. Sehr lecker, aber mehr als einen kann ich davon nicht genüsslich essen, ist der Geschmack doch eher streng. Der Käse ist, wie ich erfahren habe, am besten, wenn er beim Kauen quietscht. Das tut er nämlich nur, wenn er frisch ist. Werde für probierfreudige ein bisschen was nach Hause nehmen!

Die Abfahrt entschädigte die Qualen nach oben, und weiter ging es durch die Juratäler durch verträumte Bauerndörfer auf einen weiteren Berg, wo ich trotz Verständigungsschwierigkeiten zwei polnische Arbeiter bei ihrem Feierabendbier kennenlernte. Wo ich denn herkomme, und dass das Wetter toll fürs Fahrradfahren sei, das habe ich gut verstanden und konnte es beantworten - für viel mehr reichte es leider nicht. Da oben fiel mir dann erstmal auf, wie viel Weg ich zurücklegte - knapp 5 Stunden sollten es insgesamt werden. Hier mal drei Bilder: Das erste auf dem Kloster, das zweite auf dem Weg durch die Täler und das dritte auf dem nächsten Berg, mit dem Kloster erkennbar im Hintergrund (hinterer Berg, ein Finger breit von der Bergmitte entfernt):







Ich hatte mich mit der Entfernung ein bisschen verschätzt, und wegen den wirklich anstrengenden Bergen und der untergehenden Sonne sowie einem Fahrrad ohne Licht schaffte ich es leider nicht mehr zum Schloss Pieskowa Skala, einer wichtigen mittelalterlichen Befestigung zur Verteidigung der Handelsroute zwischen Krakau und Schlesien. Vielleicht gibt mir das Wetter ja noch Gelegenheit, das nachzuholen. So erreichte ich also nach mehr als 40 km Fahrradroute den nächsten Bahnhof und machte mich samt Fahrrad auf den Weg zurück. Geiler Tag, aber nach meinem Weichsel-Lauf morgens und der Radtour konnte ich nicht mehr viel - außer noch kurz Zuhause anrufen und dann etwas entkräftet ins Bett zu fallen. So weit, so gut.

27.3.12 16:33

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